Das 22. Langnauerörgeli-Treffen im «Sternen» Zollbrück
Grosse Stubete im Zeichen des Emmentaler Kleinods: Der Neustart des Langnauer-Treffens war mehr als gelungen. Rund 40 Musikerinnen spielten vor einem Jahr im Jänner zu Ehren des kultigen Instruments aus dem Emmental mit ihren Langnauerli-Örgeli auf. Zur heurigen Stubete im »Sternen» Zollbrück sollen es laut den Organisatoren Adrian Gehrig und Thomas Aeschbacher noch mehr werden:. Mehr Musizierende, mehr Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Eintritt ist frei. Beginn des 22. Langnauerörgeli-Treffens: 10.30 Uhr.
Seit 1836 werden im Emmental kleine wohlklingende Wunderkistchen hergestellt. Sie hiessen einst «Harfen» oder «Härpfeli». Heute nennt man sie gemeinhin «Langnauerli». Von 1984 bis 2003 fand zu seinen Ehren und seiner Pflege das Langnauerörgeli-Treffen 1 bis 20 statt – inszeniert vom Bützberger Kultörgeler Werner Aeschbacher und seiner Frau Susanne. Aeschbacher ist auch an der 22. Ausgabe vom Sonntag, 12. Januar 2020, als freier Musiker mit seinen Langnauerli dabei.
Für die Wiederbelebung des historischen Stelldicheins im Saal des Restaurants Sternen Neumühle in Zollbrück sorgen sein Sohn Thomas Aeschbacher und Adrian Gehri. Übrigens: Der Termin für die übernächste, 23. Ausgabe des Emmentaler Kultur- und Konzertanlasses
ist auch schon gesetzt: Sonntag, 17. Januar 2021.
Aeschbachers Wurzeln
Thomas Uronkel Hänsu Aeschbacher lebte von 1875 bis 1941 im Eggiwil. Die Aeschbachers kommen von dort. «Hänsu» besass zwei Langnauerli. Heute sind beide Instrumente im Besitz von Werner Aeschbacher. Dieser hat 1995 im Booklet einer CD, auf der er u.a. Langnauerli gespielt hat, ein Foto von Hänsu publiziert. So hat Sohn Thomas von den tief verankerten familiären Wurzeln zum Langnauerli erfahren. Sie haben ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Thomas Aeschbacher fasziniert der Langnauerörgeli-Sound. Er klinge wie die Seele des Instruments. Für Adrian trifft dessen Klarheit direkt ins Herz.
Aus wenig mehr machen
Die stupende Einfachheit der Langnauerörgeli sei übrigens auch eine der Herausforderungen und Teil der Faszination des Langnauerlis, ist Adrian Gehri überzeugt: «Willst du alles problemos spielen können, kaufst du dir ein Akkordeon. Ganz anders auf dem Schwyzerörgeli oder noch extremer beim Langnauerli. Hier geht es darum, mit dem Wenigen, was du hast, möglichst viel zu machen. Beim Langnauerli hast du nur gerade eine Tonreihe und drei Bässe. Da musst du erfinderisch und in der Koordination fit und flexibel sein.» Thomas Aeschbacher nickt: «Diese Musik lässt sich nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln.» Eine Herausforderung, die die beiden genauso fasziniert und animiert, wie Altmeister Werner Aeschbacher - ein wahrer Virtuose auf dem kleinen Ding mit den 9 (oder manchmal auch 10) Knöpfchen und dem historischen «Schnarchlibass».
Ein Kleinod würdigen
Die beiden Organisatoren wollen dem Langnauerörgeli eine würdige «Stubete» bieten: «Es ist uns wichtig, dass dieser Anlass ganz im Zeichen des Langnauerörgelis steht, daher sollte bei jedem Vortrag ein Langnauerörgeli mitspielen: 1-reihige Langnauerörgeli der Örgelibauer von 1836 bis heute oder 2-,3- und 4-reihige Instrumente in der antiken Bauart. Neuer Typen von Schwyzerörgeli und anderen Instrumenten sollten lediglich als Begleitinstrumente dienen.»
Gut zu wissen
Das 22. Langnauerörgeli-Treffen findet am Sonntag, 13. Januar 2020 im Restaurant Sternen Neumühle in 3436 Zollbrück statt. Der Saal ist ab 10 Uhr für alle BesucherInnen und SpielerInnen geöffnet. «Stubete» ab 10.30 bis 12 und 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, ein Batzen ins Kollekte-Kistchen wünschenswert. Von 12 bis 13 Uhr ist Mittagessen im «Sternen» angesagt: Feine Langnauerörgeli-Kost aus der «Sternen»-Küche verwöhnen.
Mehr zu allem im Internet: www.langnaueroergeli.ch
oder für kurzfristige Fragen telefonisch:
Thomas Aeschbacher auf 076 560 00 07
Adrian Gehri 078 806 03 10
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